Ein Konzert aus der künstlerischen Reihe "Vielklang Europa" - 21. Juni 2012
Anlässlich des Europäischen Musiktags beeindruckt das Konzert der künstlerischen Reihe "Vielklang Europa" mit dem Thema "Memories and Constellation". Die Stücke reichen von magnetischen gravitativen Szenen von Schmerz und Trauer, nostalgischen Melodien, bis hin zu einer klanglichen Sternkonstellation von heiterem Charaker und tänzerischen Grazien ihrer Themen.
Mit einer ruhend magnetischen, gravitativen Szene beginnt das Konzert mit Periklis Koukos’ Werk “In Memoriam Y. A. Papaioannou” und wird sogleich von einem schmerzlichen, ernsten Trauermarsch überfüllt. Der Rhtyhmus wird schleppend vorwärts getrieben, um aus einer unbewegten, nostalgischen Melodie in der Solo-Violine zu erwachen und wird allmählich von den flüsternden Harmonien der anderen Streicher durchdrungen. Ohne dramatische Explosion führt die Violinie erneut zum Finale des Stückes hin. Im Anschluss lässt erst die klassische Besetzung mit zwei Hörnern, einem Schlagzeug und Streichern die genaue Klangvorstellung Borboudakis Werk “Constellation” realisieren. Wie eine Sternkonstellation, die immer im Fluss ist, so bewegen sich einzelne Töne, die an bestimmten Stellen akkordartige Klangkonstellationen bilden und sich fortbewegen. Ausgehend von einem Ton in den Streichern bilden sich phasenweise Klangkonstellationen, die bei den Hörnern repetierenden Linien auslösen. Weite Lagen und dichte Cluster kontrastieren im Verlauf des Stückes und bilden einen energischen-rhythmischen Kern. In diesem dramaturgischen Verlauf des Stückes spielt die sterophone Aufstellung der Hörner eine wichtige Rolle. Das Rondo in C-Dur als Einzelstück überliefert, obgleich Mozart es als "Rondeau zu einem Konzert" bezeichnet hat ist ein recht virtuoses Allegretto grazioso und verklingt nach einer auskomponierten Kadenz mit Mozartschem Witz im plötzlichen Piano. Fließend ineinader über gehen zum Höhepunkt des Konzerts die Motive in Schuberts 5. Sinfonie und hallen die Klänge Mozarts auch in seinem Werk nach. Keine andere Symphonie Schuberts ist so mozartisch wie diese. Die "extrem ausgewogene Sinfonie" weist trotz aller Liedhaftigkeit und tänzerischen Grazie ihrer Themen eine oft unvermittelt durchbrechende Dramatik auf, ist jedoch von heiter, reich an melodischer Erfahrung und sonnig in ihrem biedermeierlichen Charakter.
Ein Konzert der Camerata Europæa mit freundlicher Unterstützung der Initiative für Neue Musik.

Donnerstag, 21. Juni 2012, 20:00 Uhr
Konzerthaus Berlin, Kleiner Saal, Gendarmenmarkt, 10117 Berlin

Ausführende
Camerata Europaea
Solistin: Franziska Hölscher - Violine
Künstlerische Leitung: Maria Makraki

Programm
Periklis Koukos: In Memorian, für Solo Violine und Streicher (Deutsche Erstaufführung)
Minas Borboudakis: Constellation für Hörner, Percussion und Streicher
Wolfgang Amadeus Mozart: Rondo in C-Dur für Solo Violine und Orchester
Franz Schubert: Symphonie Nr. 5 in B-Dur 

Eintritt: 10,00 €, erm. 8,00 €
Kartenbestellung: Konzerthaus Berlin, Telefon: (030) 20309-2101, ticket@konzerthaus.de, www.konzerthaus.de, Camerata Europaea Kartenreservierung via online form
Telefon: 0043(0)512 361291, tickets@camerata.eu, www.camerata.eu

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