Neue Musikzeitung
Adelheid Krause-Pichler, 2. April 2008

Ein lebendiges kulturelles Forum
Konzertreihe mit Kammermusik im Löwenpalais
 
Im Grunewald, im Berliner Bezirk Wilmersdorf, der früheren Künstlerkolonie Berlins gelegen, befindet sich das Löwenpalais, eine Villa, die durch Architektur, Historie und ihre Bewohner über viele Jahrzehnte ihre traditionelle Verbundenheit zur Kunst repräsentiert.
Im Jahr 1903 erbaute der Architekt Bernhard Sehring (der auch das Theater des Westens plante und realisierte) das Landhaus in der Königsallee für den kaiserlichen Kellermeister Habel und seine Familie. Ab 1930 wurde die Villa in luxuriöse Einzelwohnungen aufgeteilt, in welchen in den folgenden Jahren viele bekannte Künstler und Gelehrte ihr produktives Domizil fanden. Im Jahre 1969 erwarb der Konsul von Monaco Carl Peter Starke das Berliner Löwenpalais. Nach seinem Tod 1987 realisierte der Sohn die Vision seines Vaters und richtete hier Wohnräume und Ateliers für Künstler ein. Beginnend mit der Organisation von Ausstellungen sollte ein lebendiges kulturelles Forum entstehen, wo sich interessierte Besucher und Künstler aller Sparten begegnen.
Die Reihe "Löwenmusiken", die, organisiert von der Konzertdirektion Berlin, erlesene Kammermusikabende im großen Salon präsentiert, startete in diesem Jahr mit einem Konzert des Celloquartetts der CAMERATA EUROPÆA.
Ein derart hochbesetztes Ensemble war ein repräsentativer Einstieg in die Kammermusikreihe im Löwenpalais. Die Musiker spielten bravourös und homogen, wenn man sich auch über stilistische Interpretationen, vor allem in den Bearbeitungen der alten Meister, wundern konnte.
Die Einführung zu den Werken und deren Komponisten kam von den Musikern im Wechsel. Eine lobenswerte Einrichtung, der man nach dem Debütkonzert mehr Zuhörer wünschte, und deren Anspruch hohe Maßstäbe setzt.

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