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Meike Mieke, 1. Februar 2009

Entdeckungsreise im Konzertsaal - "Rhythm & Strings" mit der CAMERATA EUROPAEA am 30. November 2008 im Konzerthaus Berlin 
An diesem Abend war der Kleine Saal des Konzerthauses Landeplatz für Liebhaber Griechenlands und Zyperns. Ein hierzulande weniger bekanntes Kulturgut aus diesen Ländern erfuhr seine vorzügliche Präsentation durch ein erstklassig aufgestelltes Streichorchester und drei herausragenden Solisten an Fagott (Frank Forst), Klavier (Uwe Matschke) und Schlagzeug (Dessi Slava Kepenerova): Die Camerata Europaea spielte Orchesterwerke von Komponisten der Gegenwart aus Zypern, Griechenland und Deutschland. "Rhythm & Strings" bildete den Auftakt der Konzertreihe "Trio Europa", in deren Rahmen das Ensemble von nun an regelmäßig seinen Blick auf die Kunstmusik der Gegenwart aus jeweils drei Ländern Europas richten möchte.
Das "Europa" im Namen des Ensembles verrät die künstlerische Motivation der Camerata Europaea. Es gilt, der viel zitierten kulturellen "Vielfalt" Europas auf die Spur zu kommen, das Besondere in den Werken der heute Ton angebenden Komponisten in den Ländern Europas zu erkennen. Letztendlich durch die Auswahl von Werken mit Identität stiftenden musikalischen Merkmalen: der markante Rhythmus eines alten Volkstanzes, eine Melodie aus Kindertagen, ein Mythos, der ins Werke hinein interpretiert werden kann. Ein einfaches wie überzeugendes Programmkonzept für die Vermittlung eines europäischen Musikverständnisses.
Maria Makraki, künstlerische Leiterin der Camerata Europaea, konzipierte und dirigierte dieses originelle, rhythmisch akzentuierte Programm "Rhythm & Strings", das gleich mehrere Entdeckungen bereithielt: die fröhliche, auf einem punktierten Zweiertakt basierende Darstellung eines zypriotischen Volkstanzes "Drepani" für Marimba und Streicher des Pianisten und Komponisten Savvas Savva. Herrliche Tango-Auffassungen von dem Griechen Periklis Koukos, eine beeindruckende Darbietung des "Concertinos" für Fagott und Streichorchester op.27 b von Bertold Hummel (1925-2002), sowie ein Aufgebot von metallenen, sphärischen Klängen in der Uraufführung von "Klotho" von Georgios Kyriakakis für Klavier mit Streichorchester und Schlagzeug.
Überzeugend waren die klanglichen Fähigkeiten des Ensembles: dezent-spielerisch bei den "Drepani", fast gespenstisch exakt die Punktierungen bei den Tangos, versehen mit wohl dosiertem Schmelz, dem Fagottisten bravourös zuarbeitend beim anspruchvollen "Concertino", offen für Neues in der Interpretation von "Klotho" über den Mythos der griechischen Schicksalsgöttin "Klotho" ( = die Spinnerin), die den Lebensfaden spinnt. Leicht und natürlich führte Maria Makraki das Ensemble durch rhythmisch herausfordernde Passagen. Mit ihrer starken Ausstrahlung hielt sie das Ensemble ganz fest, speiste es mit Konzentration und Energie. Anmutig wirkte die Kommunikation zwischen Dirigentin und Musikern, als teilten alle ihre gemeinsame Freude an einem innovativen und abwechslungsreichen Konzertprogramm, an einer musikalischen Entdeckungsreise durch Europa. Wir freuen uns auf die Fortsetzung dieser Reihe!
Rhythm & Strings gelang durch die Förderung der Kulturabteilung der Zypriotischen Botschaft in Berlin, sowie des Goetheinstituts in Thessaloniki und durch die freundliche Unterstützung von Exantas e.V, sowie Euro-Informationen, Agentur für Kommunikation.

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